Unabhängig beraten ·

Pflichten

Energieausweis: Diese fünf Fehler kosten Vermieter bares Geld

Fehlende Pflichtangaben in der Immobilienanzeige können mit bis zu 10.000 Euro geahndet werden. Die häufigsten Fehler – und wie Sie sie in zehn Minuten vermeiden.

Der Energieausweis wirkt wie eine Formalie – und genau das macht ihn teuer. Verstöße gegen die Vorlage- und Angabepflichten gelten als Ordnungswidrigkeit und können mit Bußgeldern von bis zu 10.000 Euro geahndet werden. Hinzu kommt: Ein fehlerhafter Ausweis kann im Streit über einen Kaufvertrag zum Problem werden.

Diese fünf Fehler sehen wir in der Praxis am häufigsten.

Fehler 1: Keine Pflichtangaben in der Anzeige

Wer eine Immobilie in einem kommerziellen Medium inseriert, muss bestimmte Angaben aus dem Energieausweis bereits in der Anzeige nennen – unter anderem die Art des Ausweises, den Energiekennwert, den wesentlichen Energieträger der Heizung, das Baujahr und die Effizienzklasse. Genau hier passieren die meisten Verstöße, weil die Anzeige oft geschaltet wird, bevor der Ausweis vorliegt.

Praxistipp: Lassen Sie sich vom Aussteller einen fertigen Textbaustein mit allen Pflichtangaben geben. Der lässt sich direkt in Exposé und Portal übernehmen. Wir liefern ihn standardmäßig mit.

Fehler 2: Der falsche Ausweistyp

Ein ist günstiger und schneller – aber nicht immer zulässig. Für Wohngebäude mit weniger als fünf Wohnungen, deren Bauantrag vor dem 1. November 1977 gestellt wurde und die seither nicht auf den damaligen Wärmeschutzstandard gebracht wurden, ist grundsätzlich ein vorgeschrieben.

Wer hier den falschen Typ wählt, hat ein Dokument, das im Zweifel nicht anerkannt wird. Die Prüfung dauert fünf Minuten – wir machen sie vorab kostenlos.

Fehler 3: Ausweis erst beim Notartermin

Der Ausweis muss Interessenten spätestens bei der Besichtigung unaufgefordert vorgelegt werden, nicht erst bei Vertragsabschluss. Wer ihn erst beim Notar auf den Tisch legt, hat die Pflicht bereits verletzt – auch wenn das Geschäft zustande kommt.

Fehler 4: Abgelaufener Ausweis

Energieausweise sind zehn Jahre gültig. Gerade bei Erbfällen taucht regelmäßig ein Ausweis aus der Schublade auf, der längst abgelaufen ist. Prüfen Sie immer das Ausstellungsdatum auf Seite 1 – und nicht das Datum der letzten Sanierung.

Umgekehrt gilt: Nach einer umfassenden Sanierung lohnt ein neuer Ausweis oft schon vor Ablauf, weil die bessere Effizienzklasse beim Verkauf ein hartes Argument ist.

Fehler 5: Billigausweis aus dem Netz

Ausweise für unter hundert Euro entstehen aus Angaben, die der Eigentümer selbst in ein Formular tippt. Fehlt die fachliche Prüfung, stehen darin regelmäßig falsche Baualtersklassen, falsche Bauteilaufbauten oder nicht plausible Verbrauchswerte. Der Aussteller haftet dann nicht – Sie stehen mit dem Dokument in der Hand da.

Der Unterschied zeigt sich spätestens, wenn ein Kaufinteressent oder dessen Bank nachfragt, warum die Effizienzklasse nicht zum Zustand des Gebäudes passt.

Zehn-Minuten-Checkliste

  • Liegt ein Energieausweis vor und ist das Ausstellungsdatum jünger als zehn Jahre?
  • Passt der Ausweistyp zu Gebäudegröße, Baujahr und Sanierungsstand?
  • Enthält die Immobilienanzeige alle Pflichtangaben?
  • Wird der Ausweis bei jeder Besichtigung unaufgefordert vorgelegt?
  • Wird eine Kopie spätestens bei Vertragsabschluss übergeben und dokumentiert?
  • Sind die Modernisierungsempfehlungen beigefügt, sofern vorhanden?

Wenn Sie eine dieser Fragen mit Nein beantworten, sollten Sie das vor der nächsten Besichtigung klären. Wir stellen Energieausweise in der Regel innerhalb von fünf bis zehn Werktagen aus – hier finden Sie die Details.

Quellen und weiterführende Informationen

  • Gesetzliche Anforderungen an Energieausweise, Pflichtangaben und Bußgeldtatbestände ( bzw. Nachfolgeregelung )
  • Deutsches Institut für Bautechnik (DIBt) – Registriernummern für Energieausweise
  • [REDAKTION: Hier die konkreten Links zu den Originalquellen einfügen und Abrufdatum ergänzen]

Hinweis: Dieser Beitrag gibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder und dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine Rechtsberatung und keine individuelle Prüfung Ihres Gebäudes. Förderbedingungen und gesetzliche Anforderungen können sich kurzfristig ändern.

Gilt das auch für Ihr Gebäude?

Allgemeine Regeln sind das eine – was sie für Ihr Haus bedeuten, klären wir im kostenlosen Erstgespräch.